TuS Komet Arstens 2005er eine Woche lang beim DFB in Leipzig

Auf Einladung der Egidius-Braun-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes konnten 10 Spieler des Jahrgangs 2005 vom TuS Komet Arsten eine unvergessliche Ferienwoche im Sport- und Tagungshotel Leipzig verbringen. Jahr für Jahr veranstaltet der DFB mit seiner Stiftung für 80 Jugendvereine eine solche Fußball-Ferien-Freizeit.

Gemeinsam mit den Jungs und Mädchen des TV Oyten, SG DHI Harpstedt und TV Bremen Walle 1875 machte man sich am Sonntag, 15 Juli 2018 von Langwedel aus per Bus in Richtung Leipzig auf. Nach vierstündiger Fahrt trafen alle Teilnehmer bei bestem Wetter an der Sportschule ein. Dem Abendessen folgte das gemeinsame Schauen des WM-Finales zwischen Frankreich und Kroatien. Aufgeteilt in Zweier- und Einzelzimmer folgte das erste Austesten der Trainingsmöglichkeiten mit einem sehr guten Rasen- und einem Kunstrasenplatz. Schnell war klar, dass Siege an der Tischtennisplatte nur über die Jungs des TKA führen würden. Das änderte sich übrigens bis 5 Minuten vor der Rückfahrt nicht.

Schnell lernten sich die Kids der vier Vereine kennen und bis zum Ende gab es nicht einen einzigen Stressmoment zwischen irgendwelchen Teilnehmern der insgesamt 45 Mann starken Jugendgruppe. Ein großes Plus unserer Arster war der Verzicht auf Handy oder Spielkonsolen, der vorher einstimmig auf dem Elternabend beschlossen wurde. So war endlich wieder einmal reine Kommunikation mit Menschen angesagt. Eine Tatsache, die allen Teilnehmern sehr gut tat und von den anderen Leitungsteams etwas neidisch beobachtet wurde. Der Kontakt zu den Eltern bestand durch den Gruppenleiter Stefan Letschyschyn, der die Eltern täglich mehrfach mit Infos, Fotos und Videos versorgte. Auch für die Eltern schon eine ungewöhnliche Situation, nicht mal eben Kontakt zum eigenen Kind aufnehmen zu können. Aber alle haben es überlebt .

Zum offiziellen Fototermin wurden alle Teilnehmer vom DFB eingekleidet. Das „Bölöschörd“ (ist sächsisch, heißt auf Deutsch „Poloshirt“) wurde zu allen offiziellen Anlässen getragen und durfte mit nach Hause genommen werden. Einem ersten Kennenlern-Turnier auf Großfeld folgte am Nachmittag des zweiten Tages ein 4-gegen-4-Turnier, aus dem Mattis Everling als Arster Sieger hervorging und mit einem Energy-Trikot belohnt wurde. Der nächste Titel mit einem Fußball als Preis ging abends an Lennox Gostomczyk, der im spannenden 5-Satz-Finale mit 14:12 im Tischtennis die Oberhand behielt. Komet begann, die Preise abzurocken…

Ein absoluter Höhepunkt fand tagsüber des dritten Tages statt. Die olympische Raftingstrecke für Kanusport in Markkleeberg war das Ziel. Respekteinflößend baute sie sich nach der Bus-Ankunft vor den 12- und 13-jährigen auf! Noch war kein Wasser drin doch das sollte sich bald ändern. Nach einer langen Einweisung und vielen Wettbewerben ohne künstliche Strömung wurden endlich die Turbinen angeschmissen. Die ganze Anlage begann zu beben und schnell waren die ersten Schlauchboote im Strömungskanal. Etliche Runden wurden gedreht und die Jungs waren in ihren Schutzanzügen und Helmen kaum zu unterscheiden. Nur Betreuer Renaldas Barz war in seinem Boot mit seinen Ganzkörperschwingungen deutlich zu erkennen. Dementsprechender Muskelkater war in den Tagen danach zu bemerken… Den Abschluss bildete ein Besuch des 200 m entfernten Badestrandes des Markkleeberger Sees, bei diesen Temperaturen eine köstlich kühlende Erfrischung.

Abends sollte es nicht lange dauern, bis der nächste Titel an den TuS Komet Arsten ging: Patrick Rack zeigte sich im Fußball-Billard unschlagbar und durfte dafür das ganze Fußball-Billard-Spiel mit nach Hause nehmen. Zwei weitere spendierte der DFB jedem Verein zum Mitnehmen für das Vereinsleben.

Beim Vereinsturnier am vierten Tag zeigten sich die Arster gastfreundlich und überließen den Sieg den drei anderen Teams. Einem 0:0 gegen Walle folgten zwei 0:1-Niederlagen gegen Oyten und Harpstedt. Die Zurückhaltung sollte sich aber schon am Nachmittag wieder ändern, denn Alind Akah siegte souverän mit 263 Punkten beim DFB-Fußball-Abzeichen und zeigte, über welch gute Techniker die letztjährige D2 verfügt, denn Jannis Friedrichs holte sich hierbei auch noch Platz 3!

Tabata! Was ist das denn? Nun, alle sollten es kurz danach kennenlernen… Eine Mischung aus Birpies, Hampelmännern, Bergsteigen und Situps brachte alle endlich mal so richtig an den Rand der körperlichen Erschöpfung, so dass eine weitere ruhige Nacht vorprogrammiert war. Doch kein Abend ohne einen Titel für den TuS Komet Arsten! Diesmal wurde Torwart Ramon Odwald einstimmig zum besten Keeper des Turnieres ausgezeichnet!

Abwechslungsreich ging es weiter. Am fünften Tag ging es zum Freizeit- und Abenteuerpark Belantis. Nach Herzenslust konnte jeder sich stundenlang an den zahlreichen Attraktionen amüsieren. Die dritte Busfahrt führte uns zu einer Besichtigung des WM-Stadions von RB Leipzig, der Red Bull-Arena. Schon imposant, doch wer das Bremer Weserstadion kennt, hat erkannt, dass das Stadion in Leipzig keine Konkurrenz für uns Bremer ist.

Der letzte Abend begann mit einem Grill-Abendessen und endete mit einer super-stimmungsvollen Abschlussparty, vor der jeder Teilnehmer noch eine Urkunde, Anstecknadeln, Fotos, DFB-Tassen usw. als Geschenk überreicht bekam. Jedem Verein wurde ein riesengroßer DFB-Wimpel überreicht. Die letzten Auszeichnungen gingen an Patrick Formella für den besten Kapitän, Marcel Sommer als kämpferischster Teilnehmer, Jan Omar mit Sonderpreis-Auszeichnung für Integration und Phillip Kortum für seine besondere Kameradschaft mit den Teilnehmern der anderen Vereine, oder sollte ich besser sagen, Teilnehmerinnen?

Jeder Verein sollte sich für den Abschlussabend noch eine besondere Vorführung ausdenken. Schon die Generalprobe der TKA-Aufführung sorgte für heftige Lacher, denn ein Teilnehmer beendete die Probe mittendrin mit einem lauten Pups. „Tja, musste raus…“ Die Kometen inszenierten einen einzigartigen Sumo Kampf zwischen dem Herausforderer im Fliegengewicht Lennox Watanabe und dem Titelverteidiger im Superschwergewicht, dem „Destroyer aus Litauen“ Barzalauskas. Einmarsch aller Arster nach der Musik „Aufmarsch der Gladiatoren“. Natürlich siegte der Kleine und sang ins Mikrofon den Song „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“, mitgeschnipst von allen begeisterten Zuschauern.

Am Abschlusstag hatten alle nochmals sehr viel Spaß beim Fußballgolf. Mit den wenigsten Schüssen ein weit entferntes Ziel zu erreichen stellte allerdings für einige inzwischen doch ziemlich müde Kämpfer überraschende und ungeahnte Hindernisse dar. Und dann kam er – der Bus! Rein, in 4 Stunden zurück zur Raststätte und dann ab nach Hause!

Die Teamleitung des TuS Komet Arsten muss allen Teilnehmern ein dickes Lob zollen! In puncto Pünktlichkeit, Disziplin und Kommunikation waren wir VORBILDLICH! Und nicht eine einzige heftigere Verletzung war während die Tage zu vermelden, alle gingen extrem respektvoll MITEINANDER um. Dazu die zahlreichen Gewinne einzelner Disziplinen, ein sehr netter Umgang auch UNTEREINANDER. Der Dank geht aber auch an die tollen Jungs aus Walle, Oyten und Harpstedt, die gemeinsam dazu beitrugen, dass es eine tolle und unvergessliche Ferienwoche war. Der größte Dank gebührt den vier Leitern, die diese Ferien-Freizeit ehrenamtlich spitzenmäßig organisiert haben: Dem 70-jährigen Dieter (auf der Party verkleidet als ACDC-Rocker mit Besen als Gitarre, die Halle tobte!), für den dieses Camp nach 25-Jahren seine Abschiedsveranstaltung war, Chef Bernd und den beiden phantastischen Jungtrainern Lukas und Flexer! Wie eng die vier Gruppen in dieser Woche zusammengewachsen sind, zeigt die Tatsache, dass sich alle auf Einladung vom TV Walle am 15. Dezember zu einem Hallenturnier treffen wollen. Das Besondere dran ist, dass wir dort nicht GEGENeinander, sondern MIT- und UNTEReinander spielen werden!

Zum Abschluss noch ein Appell an die Verantwortlichen des DFB: Bitte sorgt dafür, dass die Ausgaben der Egidius-Braun-Stiftung auch noch in vielen Jahren in vollem Umfang für den eigentlichen Gedanken von Egidius verwendet werden und nicht für Ausgaben von Lizenzvereinen! Die älteren erfahrenen Freizeitleiter müssen irgendwann durch solche Jungtrainer ersetzt werden, wie unsere beiden: Lukas und Felix! Schafft ihnen einen richtigen Anreiz! Es ist in jedem DFB-Fußball-Ferien-Freizeit-Camp zu beobachten, wie Jugendliche lernen, miteinander umzugehen, in einer größeren Gruppe als zuhause, für einen längeren Zeitpunkt als nur eine Nacht bei einer Wochenendfahrt mit dem liebsten Hobby, dass man sich nur vorstellen kann: Fußball! Und sollten in Zukunft mehrere Vereine auf die Idee kommen, Handys und Elektrospiele zuhause zu lassen, kommt sogar noch mehr Kommunikation zustande! Und wer anders als die Jugend unserer Welt ist dazu aufgerufen!?